Apostel Vicariesmann und das Organisationsteam um Bezirksevangelist Christoph Lindwedel (Fachberater Jugend im Apostelbereich Mitte-Nord) wählten in diesem Jahr ein anderes Format für den Jugendtag: Ab 10 Uhr konnten die Teilnehmenden aus den acht Kirchenbezirken zunächst die mit vielen Aktivitäten vorbereitete Kirche erkunden. Den feierlichen Abschluss bildete dann um 13 Uhr der Jugendgottesdienst sowie das anschließende Essen.
Auch die gebietskirchenweite Kampagne am Weltfriedenstag 2025 wurde auf dem Jugendtag sichtbar: Mit Namensschild, „Frieden ohne Ende“- Armband sowie Getränkebecher ausgestattet, gab es in den Nebenräumen sowie dem eindrucksvollen Kirchenschiff viele Möglichkeiten zu Begegnung und Austausch.
Abwechslungsreicher Vormittag
Die jeweiligen Kirchenbezirke präsentierten sich mit Mitmachaktionen an ihrem individuell gestalteten „Stand“. Mit viel Liebe zum Detail und Kreativität, aber auch der Möglichkeit zum Kennenlernen, Mitmachen und Nachdenken gab es viel zu entdecken, was auf das Thema des Tages einstimmte:
Kreativ wurde es beim Gestalten von Engeln aus Märchenwolle, kunstvollem, mehrfarbigem Postkarten-Druck mit Friedensbotschaft und geschickt gefalteten Origami-Friedenstauben an Heliumballons.
Beim Erraten von (Bibel-)Zitaten rund um das Thema Frieden konnte das persönliche Wissen getestet und anschließend ein kleines, mit einer Bibelstelle liebevoll gestaltetes Herz als Erinnerung mitgenommen werden.
Nachdenklich wurde es in einem abgedunkelten Raum, in dem ein großes, sanft beleuchtetes, liegendes Holzkreuz zu finden war: Unter vier verschiedenen Aussagen/Fragen an den Balkenenden konnten persönliche Antworten ins Holz geschlagen werden. Und auch eine mit einer großen Friedenstaube gestaltete Stellwand sammelte Aussagen sowie kleine Skizzen zu Fragen rund um den Frieden.
Musikalisch war das offene Singen im Kirchenschiff sowie die Chorprobe unter der Leitung von Diakon Matthias Killenberg für den sich anschließenden Gottesdienst beeindruckend: Gesang sowie Orgel- und Klaviermusik, die in der erhabenen, feierlichen Akustik zur Entfaltung kamen, erzeugten ein neues „Singgefühl“ und sorgten für manchen Gänsehautmoment.
Jugendgottesdienst – feierlicher Jugendtagsabschluss
Eine Viertelstunde vor Gottesdienstbeginn füllte sich das Kirchenschiff und sorgte gleich nochmals für einen stimmungsvollen Eindruck: An der Decke der hellen Kirche schwebten viele der kleinen zuvor gebastelten Origami-Friedenstauben an den bunten Heliumballons. Sie hatten vor dem Gottesdienst den Weg ins Kirchenschiff gefunden und bekamen nach dem Gottesdienst weiteren „Zuwachs“. Auch das mit Aussagen gestaltete große Holzkreuz sowie die Stellwand hatten neben dem Altar einen Platz gefunden.
Ein festliches Orgelvorspiel eröffnete um 13 Uhr den Jugendgottesdienst. Apostel Vicariesmann wählte als Bibelwort Jesaja 57,19b: „Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der der Herr; ich will sie heilen.“
„Friede sei mit dir!“ – begrüßte der Apostel die versammelte Gemeinde und ging auf die Hintergründe dieses Zitats ein. Er wünschte den Jugendlichen Kraft und Segen, wie es Jesus seinen verängstigten Jüngern nach seiner Auferstehung wünschte.
Der Apostel lobte die vielfältigen Impulse, die die Kirchenbezirke durch ihre Stände oder Aktionen bereits ausgelöst hatten und hob zwei willkürlich herausgegriffene, aber für den Gottesdienst sehr treffende Aussagen zum Frieden hervor. Er wünschte in der Verbindung zu seinem zu Beginn ausgesprochenen Friedensgruß jedem Jugendlichen inneren Frieden und ging auf unterschiedlichste Ursachen für inneren Unfrieden ein: „Du fühlst dich am Rande stehend oder sogar ausgegrenzt; du fühlst dich nicht verstanden; aufgrund deiner Lebenssituation hinterfragst du gerade alles Mögliche; du fühlst dich gerade in einer besonderen Situation stehend; du hast Entscheidungen zu treffen, weißt aber absolut nicht, wie du dich entscheiden sollst. Solche Ursachen bewirken, dass kein innerer Friede da ist.“ Mit dem Bibelwort Römer 15,13 unterstrich der Apostel seinen Segens- und Friedenswunsch an jeden Teilnehmenden des Jugendtags, so dass sich jeder von Gott gesehen und in der Gemeinschaft Jesu Christi fühlen könne:
„Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass du immer reicher wirst an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
Auf den Internationalen Tag des Friedens bezogen, der von den Vereinten Nationen (UN) in 2001 ausgerufen wurde, hob der Apostel das auch für den Jugendtag passende Motto der UN hervor („Handele jetzt für eine friedvolle Welt.“) und zitierte aus der Botschaft der UN für den Weltfriedenstag 2025:
„In einer Zeit von Turbulenzen und Unsicherheit ist es für jeden entscheidend, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um sich für den Frieden einzusetzen. Es gibt viele Möglichkeiten zu handeln. Impulse für Gespräche über die dringende Notwendigkeit von Verständnis, Gewaltlosigkeit und Abrüstung. Engagieren Sie sich ehrenamtlich in Ihrer Gemeinde. Hören Sie auf Stimmen, die sich von Ihrer eigenen unterscheiden. Stellen Sie diskriminierende Sprache am Arbeitsplatz in Frage. Melden Sie Mobbing online und offline. Nehmen Sie sich Zeit, Fakten zu überprüfen, bevor Sie in sozialen Medien posten.“
Es schloss sich ein gemeinsames Gebet an, zu dem Apostel Vicariesmann die Gemeinde einlud. Darin bat er um inneren, aber auch um Frieden in der Welt und auch darum, selbst zum Frieden beizutragen und somit zum Friedensstifter zu werden.
Mit einem Beispiel von einem langen Band, das von einem zum anderen geht und somit ein Netz entsteht, verdeutlichte der Apostel die Verbindung zueinander, die sich in Beziehungen ausdrückt. So kann in der Kommunikation ein unachtsam gesprochenes Wort oder auch etwas sachlich Ausgesprochenes völlig falsch verstanden und zu Unfrieden in der Beziehung zum Nächsten führen. „Achte auf deine Sprache, achte darauf, was du postest“, riet der Apostel und bat, bei sich im Kleinen anzufangen. Er verwies auf das neunte Gebot, kein falsches Zeugnis zu reden.
„Friede in der Nähe, Friede in der Ferne: Ich wünsche dir, dass du Frieden für dich selbst spüren kannst – in der Nähe zu Gott. Ich wünsche dir, dass du Frieden in der Nähe wahrnehmen, aber auch Frieden austeilen kannst in vielen Kleinigkeiten in deiner Umgebung. Friede sei mit dir!“, schloss Apostel Vicariesmann.
Diakonin Sofia Eggers (Gemeinde Adendorf, Kirchenbezirk Lüneburg), hob aus der Predigt hervor, Friedensstifter zu sein und verwies auf die Inschrift des blauen Armbands, das zu Beginn verteilt wurde: „Frieden beginnt bei dir – trage ihn weiter“. „Lass das Band nicht abbrechen“, riet die Diakonin bezugnehmend auf das „Beziehungsnetz“.
Priester Simon Egehave (Gemeinde Lübeck-Schlutup, Kirchenbezirk Lübeck-Schwerin): „Und – wirkt es schon?“, fragte der Priester bezogen auf den roten Faden des Gottesdienstes. Er riet am Beispiel von Petrus, der nochmals zum Fischen aufs Meer fuhr, zur Besonnenheit und zur Ruhe im Herzen, wenn es mal schwer wird. „Steig nicht aus – hole dir jemanden zur Hilfe, du bist kein Einzelkämpfer“, ermutigte Priester Egehave.
Bischof Dirk Hiddessen stellte in seiner Vorbereitung auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls am Beispiel des Schächers am Kreuz heraus, dass die Hinwendung zu Jesus den Frieden bringt – selbst dann, wenn einmal im Leben etwas total schief laufe.
Die thematisch passend gewählte Musik unterstrich die feierliche und friedevolle Atmosphäre des Jugendgottesdienstes. Ein gemeinsames Essen in einer benachbarten Firmenkantine beendete den diesjährigen Jugendtag für den Apostelbereich Mitte-Nord. Der Apostel sowie der Bischof nutzten den Tag gern für viele Begegnungen und persönliche Gespräche.
Neuapostolische Kirche